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Archive for April 2008

Wer hat Lust an einem Raketenabwehrsystem in Litauen mit zu bauen? Der sollte sich schnell beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bewerben:

Lieferung und Installation von neun Passivradaranlagen

Auftragsbeschreibung

Die North Atlantic Treaty Organisation Consultation, Command and Control Agency (NC3A) beabsichtigt, für die Lieferung und Installation von neun Passivradaranlagen ein Vorinformationsverfahren durchzuführen.

und:

Installation von zwei Luftabwehr-Radaranlagen (incl. Radome)

Auftragsbeschreibung

Die North Atlantic Treaty Organisation Consultation, Command and Control Agency (NC3A) beabsichtigt, für die Installation von zwei Luftabwehr-Radaranlagen (incl. Radome) ein Vorinformationsverfahren durchzuführen.

Erfüllungsort

Litauen

Hm, ob das dem Putin Medwedew gefallen wird?

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Heute am 8. April ist der Internationale Tag der Sinti & Roma. Dieser Tag wurde gewählt, da am 8. April 1971 in London der erste Kongress der Sinti & Roma für ihre Rechte stattfanden. Da auch hier in Rumänien eine die Romas eine bedeutende Minderheit sind, wollte ich auf den Tag hinweisen.

Jedoch ist das Thema der Minderheit hier in Rumänien sehr kompliziert, was besonders mit einer fehlenden Assimilation zusammenhängt und so könnte man hier in Cluj mit 20 Leute sprechen und man hätte 20 unterschiedliche Meinungen, wovon nur die wenigsten positiv gegenüber den Romas wären. Dazu möchte ich auf einen Artikel von Arne Semsrott verweisen, der dieses Problem ausführlicher beschreibt.

Hier will ich aus gegebenen Anlass auf die Musik der Romas hinweisen, die einen großen Einfluss auf verschiedene Stile ausgeübt hat. Zum Beispiel mit den Belgischen Gitarren-Virtuosen Django Reinhardt die Europäische Jazz-Szene sehr stark prägte.

Ein weiterer interessanter Link: RRoma.org

Und jetzt, Video ab:

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Hunde verboten

Irgendwie muss ich zur Zeit eine kleine Frühjahrsmüdigkeit haben, weil ein bisschen habe ich die NATO-Versammlung in Bukarest verschlafen. Obwohl ich gerade selber in Rumänien bin, (Ja, Bukarest ist die Hauptstadt Rumäniens und nicht Budapest;) habe ich mich erst ein bisschen dafür interessiert, als ich unser Wasser bezahlen musste und der Administrator beim Quittungsausstellen meinte: „Are you for or against the NATO?“ Ich musste lächeln, aber war gleichzeitig verlegen, da ich kaum Ahnung von der NATO habe.

Also keine, die mir eine Meinung erlauben würde. Ich glaube das liegt daran, dass für mich jenes Bündnis immer noch eine Art Relikt des Kalten Krieges ist. Auch die neuesten Entwicklungen haben kaum etwas von dem kühlen Charme verloren hat, wenn ein amerikanischer Präsident gerne ein Land in der NATO haben will, was an Russland grenzt. Nun gut, es würde jetzt zu weit führen. Eher haben mich dann ein paar andere Aspekte interessiert, zum einen, wie die rumänischen Medien das Event aufnehmen und das Wort Event ist dabei wohl treffen, denn der erste Rund-um-die-Uhr Nachrichtensender Realitatea berichtete von dem Treffen im Palast des Volkes, ein bisschen wie von einem Popkonzert: „Die ganze Welt schaut auf Bukarest, wo sich die Weltgeschichte ändert“. Weiterhin wurden immer wieder die gleichen Bilder eingespielt und einiges, was ich mir übersetzen konnte, war mir mehr als unkritisch kommentiert. Es wurde eher nur die Rede von Putin immer und immer wieder zitiert (bestimmt auch andere Reden, aber ich habe nur die des „Ţarul – Zaren“ gesehen).

Auch von den Festnahmen oder Protesten rund um die Versammlung wurde wenig gezeigt, lieber schaute man hinter die eigenen Kulissen und interviewte sich selbst. so sehr will ich das nicht kritisieren, sondern fand es schon fast amüsant und ich glaube auch kaum, dass der ziemlich neue Nachrichtensender so viel Einfluss bzw. Ausstrahlung (im wahrsten Sinne des Wortes) besitzt, dass er stellvertretend für die Berichterstattung sein sollte, dazu mal in den nächsten Wochen mehr. Aber eine Nachrichtenmitteilung war dann doch mehr als lustig: nach dem Abschluss der Versammlung, als Bush und Putin schon auf dem Weg ans Schwarze Meer waren, stand eine schöne Reporterin vor dem Palast und erzählt, dass nun wieder alle Straßenhunde freigelassen werden.

Na toll, da hat man also extra für das „Ereignis des Jahres“ alle Straßenhunde eingefangen, um sie dann wieder frei zulassen. Vielleicht muss man das ein bisschen ausführen, was bestimmt Michaela noch besser kann als ich. Aber auch hier in Cluj, wie in fast allen anderen Städten Rumäniens gibt es ein großes Straßenhunde-Problem. Man muss in der Nacht Angst vor den Hunden haben, dass man von denen angefallen wird. Viele können auch von Bissen berichten. Ich wurde schon selber öfters auf dem Heimweg von einem Hund verfolgt, der so zwar ruhig war, aber wenn ein Taxi vorbei fuhr, an deren Reifen sich festbeissen wollte. Merke: ein fahrendes Taxi!

Es ist also kein amüsantes Schauspiel, wie in dem Buch von Herr Lehmann, wo man zum Schluss neben einem betrunkenen Hund liegt, sondern eher das Gefühl, als ob man Schlägern in der Berliner U-Bahn gegenübersteht. Und so bleibt die Frage, warum man für das Treffen der NATO vier Tage lang die Hunde eingesammelt hat? Also vielleicht damit der BushGeorge nicht gebissen wird, da der sich ja so viel frei in der Stadt bewegen würde. Hätte man die Hunde nicht als Geschenk nach China schicken können oder Putin fragen können, wie man unliebsame Gestalten am besten verschwinden lassen kann? Somit dürfen die Hunde wieder durch die Straßen von Bukarest streunen, Menschen beißen und keine NATO weit und breit.

Ich glaub, da ich leg mich lieber wieder schlafen.

P.S. Ich habe nichts gegen Hunde und hoffe auch, dass sich keinen Tierschützer nun an mein Blog ketten oder so, aber wenn man in Rumänien in der Nacht durch die Straßen läuft und vor einer Horde halbverhungerten Hunden steht und jene einen anbellen, dann hört die Tierliebe auf.

[Bild von Jugendfotos.de]

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.der ewige moslem

Die Armee der Altbekannten, die Feuer legten und verbrannten.“ Kettcar – Szene 2: Die letzte Schlacht

1940 erschien in den Kinos des Nazideutschlands ein Hetzfilm namens „Der ewige Jude“, 2008 erscheint weltweit ein Hetzfilm namens „Fitna“.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Diskussion über die geschichtliche Zirkularität, dass sich der Mensch nicht weiterentwickelt, sondern immer wieder zu einem Punkt der Geschichte zurückkehrt. So etwas hatte Emanuel Kant bei Moses Mendelssohn kritisiert und auch ich habe diesen Kreislauf auch stark kritisiert, weil ich eher der Auffassung bin, dass Menschen besonders bei einem Rückschritt versuchen zwei Schritte vorzugehen. So folgten besonders nach Kriegen immer wieder Diskussionen über die Garantie eines Frieden, wie man es auch bei der Europäischen Union sieht. Ein weiteres Beispiel wäre die (vertragliche) Verwirklichung der „Charta der Menschenrechte“ nach dem Ende des II. Weltkrieges. Diese beiden Beispiele würden mich in meiner Argumentation stützen. Umso mehr ärgert es mich, dass ich mir gestern den Film von Geert Wilders angeschaut habe, der mich widerlegen könnte.

Denn sein Film sein Film Fitna, ins deutsche übersetzt lautet dies „Zwietracht“, ein Wort was der Regisseur dem Koran entnommen hat. Wilders fabrizierte eine abscheuliche 15-minütige Videomontage, welche mit einer der Mohammed-Karikaturen aus Dänemark anfängt, um dann Bilder vom 11. September 2001 einzublenden. Im folgenden kommen mehrere islamische Hassprediger zu Wort, die Israel und die Juden vernichten wollen und den Koran überall haben wollen, dann geht es ins Extreme, dass Moslems sozusagen die Niederlande überschwemmen und zum Schluss noch ein paar Zeitungsausschnitte und Bilder von geköpften Frauen, denn so würde es nach Wilders Meinung bald in den Niederlanden aussehen, wenn man diese „Islamisierung“ nicht stoppt.

Vor einem Jahr habe ich in Kommunikationswissenschaft ein Seminar besucht, in dem es über die Medien des Dritten Reiches ging, ich war dann in einer Gruppe, die Dokumentarfilme jener Zeit analysieren sollten. Wir entschieden uns unter anderem für den Film von Fritz Hippler „Der ewige Jude“. In dem Film wird zum Beispiel argumentiert, dass ein Prozent der deutschen Bevölkerung Juden seien, aber jene 99 % aller Straftaten begehen würden und dann noch eine schöne Grafik, die das Judentum die Welt überschwemmt. Gestern fragte ich mich, warum es sich der Wilders so schwer machte und selbst neues Material zusammen schnitt (und das nebenbei auch technisch mehr als schlecht). Er hätte doch einfach den Film von Hippler nehmen können und das Wort „Jude“ durch „Moslem“ ersetzen können. Die Lösung hatten die Nazis ja auch schon und nach dem Film Wilders glaube ich nicht, dass er gegen ein paar konzentrierte Lager für Moslems wäre. Gut, Gas ist teuer, aber…

Zurück.

Was eigentlich das erschreckende ist, dass Wilders ein Extrembeispiel für ein allgemeines Phänomen ist und zwar, dass man Unsicherheit egal welcher Art (sozial, wirtschaftlich oder auch vor der Zukunft) zu gerne in Feindbilder projiziert, die man nicht kennt oder kennen will. Damals die Juden, heute die Moslems. Natürlich kann es Hassprediger geben und auch genug Populisten, die Israel vernichten wollen, aber die Antwort auf jene Extremisten kann doch kein anderer Extremismus sein.

„Auge um Auge / Zahn um Zahn“, wo stand das nochmal?

Rache, Hass und Vergeltung sind so alte Motive und es stellt sich die Frage, ob man immer noch nicht über diesen Punkt heraus ist?

Ich möchte mir kein Urteil über den Islam erlauben, weil ich dazu zu wenig darüber weiß, aber ich will Wilder verurteilen, der auf plakativste Weise genauso Menschenverachtend ist, wie jene Hassprediger, die er anklagt. Genau wie Wilder Zitate von Hasspredigern aufnimmt, nehmen jene Worte von westlichen Geistlichen, Politikern oder auch jenen Film auf und das einzige was erreicht wird, ist eine Spirale, in der jeder Recht hat und die Aggression weiter geht.

Wann kommt die Vernunft, nicht den anderen zu verurteilen, sondern erstmal zu verstehen? Nur weil eine westliche Welt eine Auffassung von Gleichberechtigung und dem Thema Gewalt hat, heißt es noch nicht, dass wir über andere Urteilen dürfen, ohne sie zu verstehen bzw. einen Maßstab anlegen, der nur für den Fremden gilt: „Dadurch, dass du Moslem bist, habe wir das Recht, dich mit dem Tode zu verurteilen, weil du würdest das ja auch mit uns machen!“.

Das alte Muster kehrt zurück: die Definition über Hass. Heute die Moslems, bald mal wieder Schwarze, Frauen, Juden oder auch mal wieder Kommunisten. Hauptsache die eigene Definition über ein Fremdbild finden, weil es immer das Einfachste ist, nicht mit sich, sondern mit den anderen ins Gericht zu gehen und jedes mal darf und kann man nur hoffen auf der richtigen Seite zu sein und nicht gehasst zu werden, denn die „Lösungen“ finden sich meistens nur im Tod des Gehassten.

Vielen Dank Geert Wilders für deine Zeitreise in die schwärzesten Epochen der Menschheitsgeschichte und wieder haben wir nichts gelernt!

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