…erwacht.
Endlich nach dreiwöchiger Verspätung ist das neue Album von den Donots gestern erschienen. Es hört auf den Namen „Coma Chameleon“ und ist wohl eine kleine Anspielung auf das Culture Club (ja, die Band mit Boy George) Album „Karma Chameleon“ aus den Achtzigern. Gut so lange gibt es die Ibbenbürer noch nicht, aber es ist erschreckend, dass es nun auch schon das 10. Album der Donots ist.
Zum Glück haben sich dieses mal die Gerüchte Recht behalten, dass das Album anders wird als seine Vorgänger und die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt, dass es entweder langweilig oder zu anders wird. Das Chamäleon befreit sich von einem in der letzten Zeit zu eng gewordenen Korsett des klassischen Donots-Rock, der mit mit „room with a view (give me shelter)“ bekannt wurde und dann auch auf dem letzten Album „Got the noise“ funktioniert hat, aber noch ein Album nicht vertragen hätte.
Allein der Anfang des neuen Album lässt viel versprechen und ist ein richtiges Intro, welches Spannung und Elektrizität aufbaut, als ob man einen Stecker langsam in die Steckdose drückt und einen Funken sieht (hier in Rumänien andauern;). Dann nimmt das Album eine schöne Fahrt auf, welche einem Surfer entspricht der auf die erste Welle zupaddelt und so verhalten sich „break my stride“ und „pick up the pieces„noch eher ruhig, für Donots-Verhältnisse und Ingo singt sich ein. Richtig schön Höhepunkte kommen dann ab „headphones“ bis hin zu „to hell with love“ und hier macht es richtig Spaß, weil die Donots ordentlich die Welle bearbeiten, aber auch nicht mehr so wie auf den alten Alben, sondern so wie sie Live sind, voller fucking Power.
Verdanken ist das wohl dem neuen Produzenten Kurt Ebelhäuser, der Gitarrist von Blackmail (deren Album „Tempo Tempo“ auch gestern erschienen ist, aber ich leider noch nicht besitze), welcher zu den Fünfen meinte, dass er sie Live liebt, aber die Alben alle scheisse waren. Ich glaube mit der Arbeit kann er zufrieden sein. Besonders „stop the clocks“ zeigt dann, wie man sich befreit hat und einen Song ruhiger beginnen kann, einen Chorus und eine Gegenstimme entwickelt, ohne abgedroschen zu klingen. Nach einer kurzen Verschnaufspause schreit das aufgewachte Chamäleon in „killing time“ im schönen Stakkato-Gesang nochmal heraus, dass der Tunnel am Ende des Lichtes noch lange nicht erreicht ist. Yeah.
„Coma Chameleon“ zeigt, wie man mit einem 10. Album sich neu definieren kann ohne zu verraten und ich glaube das Album wird bei mir länger rotieren als die letzten, weil es einfach ein rundes Album ist.
Leider ist es nur 37 Minuten lang, aber auch schon die Beatsteaks (nein das soll nicht den alten Rivalitätsmythos ausgraben, sondern nur aussagen, dass beide Bands tolle RockBretter bauen) haben bewiesen, was man da alles unterbringen kann und die Donots stehen dem in nichts nach.



Sehr feine Rezension, Herr Weiland!
Ma inclin.
Kleine Anekdote:
Letztens waren die Donots bei MTV Trl zu Gast, live. Ich, zufällig reingezappt, blieb natürlich vor der Glotze. Da konnte man ein Fanpaket gewinnen (mit Konzertkarten und Tshirts und allem möglichen Kram). Der Anrufer, der als erster durchkam, würde der Glückliche sein. Nimmt Trl also ab, am anderen Ende der Leitung das typische Gekreische eines erleichterten, weiblichen, fanatischen Fans, „ooh ich habs geschafft, ich habs geschafft!“. Der gute Herr Kavka blieb ruhig und fragt Anruferin nach Namen und Herkunftsort. Der Donots-Frontmann schaut schon nachdenklich, als sie sagt, „ich bin Janine und komme aus xy!“ Kurze Stille, dann Frontmann: „Moment mal, du bist nicht zufällig meine Freundin?“
„Ja genau Schaaaaatz ich freu mich so!“
(…)
Den MTV Trl-Auftritt habe ich auch gesehen. Das sind wirklich nette Jungs. Danke für die Rezension. Ich denke, ich werde das Album kaufen…