Ich habe keine Ahnung mehr wie alt ich war, als ich Schulfreunden meine erste Mail-Adresse (irgendeine von bigfoot.com) gezeigt habe. Die Verwunderung war damals groß, weil niemand so genau wusste, was das denn sein sollte. Vor ein paar Wochen saß ich Jugendlichen um die 18 Jahre zusammen, die Youtube und Facebook noch selbstverständlicher nutzten als ich und eigentlich ihre ganze Kommunikation nur noch über Skype etc.pp abfackeln. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen etwa zehn Jahre und es ist kaum zu glauben, was sich in der Zeit so alles getan hat.
Gerade sitze ich an meiner Diplomarbeit und versuche mich mit dem Thema zu beschäftigen, was in der Zukunft in der Internetkommunikation noch alles möglich sein kann. Okay, IT-Wissenschaftler (nicht zu verwechseln mit IT-Girls) würden sagen, dass so gut wie alles möglich ist. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es sich auch in der Gesellschaft durchsetzen wird. Das mp3-Format zum Beispiel wurde von dem Frauenhofer-Institut schon lange vor dem ersten iPod entwickelt, aber es brauchte erst diesen kleinen weißen und damals noch sehr klobigen Kumpel um dieses Format auch gegenüber Minidisc etc. durchzusetzen. Es ist auch einigermaßen schwer zu erkennen, was sich wirklich gesellschaftlich durchsetzen wird, was unter anderem der Streit zwischen Betamax und VHS gezeigt hat. Heute muss auch niemanden mehr erklären, was eine Mail-Adresse ist. Zu diesem ganzen Themenkomplex schrieb Kathrin Passing auch eine sehr tolle Kolumne.
Vor drei Jahren habe ich mich zusammen mit Ory mit der Frage beschäftigt, wie das Web 2.0 und besonders auch Google die Arbeit von Redakteuren verändern könnte. Den Text findet man auch in der dritten Auflage des “Fuß Fassen”-Buches was die Jugendpresse Deutschland herausgibt. Am Anfang dieser Woche wurde ich wieder an eine Textstelle erinnert und zwar:
Ein weiterer Trend wird die Auswertung von Daten werden. Dabei sind nicht nur die für Werbezwecke interessanten Personalinformationen wichtig, wie dies Amazon schon seit Jahren pflegt (beispielsweise mit dem Zusatz „dies könnte Ihnen gefallen“), sondern auch die Zusammenführung von Informationen und Daten. Seit Jahren verfolgen Entwickler den Traum eines semantischen Internets. Also einer Art Internet, das den Menschen versteht und somit in einer Suchanfrage nicht mehr nur nach den Suchwörtern, sondern auch nach dem Kontext geht. Sollte ein User dann fragen „Wann fährt der nächste Zug nach Köln?“ würde der Rechner nur noch ein Ergebnis ausgeben, welches er gemäß des Standortes des Nutzers und der Fahrpläne der Bahn im Internet ermittelt hat. Dank dieser Entwicklungen im Internet und neuen Technologien könnten zum Beispiel Handys in der Zukunft durch die einfache Frage „Wo ist der nächste Bankautomat?“ einem schnurstracks zum nächsten Automaten geleiten.
Diesen Text schrieben wir im Frühjahr 2007 und daran erinnert wurde ich durch das Google Nexus One:
Jetzt ist die Frage, was die weiteren Entwicklungen sein werden? Denn diese möchte ich in meiner Diplomarbeit mitverarbeiten. Ich bin also für Anregungen und Ideen offen.
P.S. Auf Neue Nachrichten gibt es schon einen Artikel zu der Web-Werbung und Spracherkennung von Google Nexus One.
P.P.S. Auch der Presseschauer Daniel stellt eine weitere Entwicklung von Google vor: eine Navigationssoftware.
Eigentlich habe ich gedacht: “okay andi machste hier dieses Jahr noch ein paar Weihnachtssongs rein, damit es schön festlich ist”. Jetzt bekomme ich aber mit, dass viele Songs, die ich mag, nicht mehr verfügbar sind. So unter anderem The Killers mit “Don’t shoot me santa”. Deswegen kommt jetzt hier einer, aber ich weiß nicht, ob ich noch mehr finde:
In Anlehnung an meinen letzten Artikel zu Googles “Living Stories” wollte ich noch auf das Prinzip des “Process Journalism” hinweisen. Im Ausbildungs-Blog der Deutschen Welle wird das Prinzip, von einem Artikel der kein klares Ende hat, sondern sich immer weiterentwickelt, ziemlich gut erklärt.
Einen etwas anderen Weg, der eher einen “Baustein-Journalismus” einschlägt, erklärt Martin Huber von myheimat.de . In dem Video beschreibt er, wie Bürgerjournalisten den Lokalzeitungen mit Zitaten und subjektiven Berichten zuarbeiten und somit auch eine neue Art des Storytellings schaffen:
Am letzten Wochenende saß ich in einem Seminar, was es wohl zur Zeit an jeder Uni und dazu noch in fast jedem Verein und Stiftung gibt: die Veränderung von Medien und Politik durch das Internet.
Dabei war es sehr interessant zu sehen, wie komplex die eigentlich einfache Struktur des Internets in manchen Überlegungen werden kann. Wieviel vertrauen muss man als Spitzenkandidat in eine Internetgemeinschaft haben, damit sie mit dem Politiker und nicht gegen ihn arbeitet? Oder auch: wie können Verlage vom Internet profitieren? Springer startete heute mit Paid-Content für regionale Nachrichten in Berlin und Hamburg. Bei vereinzelten, kostenpflichtigen Angeboten wird es schwer sein, dass die Leser für die Informationen bezahlen. Denn auf anderen Seiten, die nicht von Springer sind, bekommen sie die Nachrichten kostenlos. Sogar bei Google-News können sich regionale Nachrichten angezeigt werden. Und damit sind wir schon beim eigentlichen Punkt, denn der große Dorn im Zeh vieler Verlagshäuser startet nun selbst ein Nachrichtenprojekt, welches so innovativ wie einfach ist: Living Stories
Zusammenarbeit
Gemeinsam mit der Washington Post und der New York Times geht Google davon aus, dass eine Nachricht nicht mehr allein für sich steht, sondern in einem Themenkomplex aktualisiert wird. Der Nutzer sieht somit nicht mehr jede Nachricht als neu, sondern ob sich ein Themenkomplex, wie der Afghanistan-Krieg oder die Gesundheitsreform seit dem letzten Besuch aktualisiert hat. Dabei werden alle Nachrichten in dem Komplex auf verschiedenen Ebenen kategorisiert: einer zeitlichen Ebene, die in einer Timeline angezeigt wird und in einer thematischen Ebene, die zum Beispiel nur Nachrichten mit einem internationalen Wert oder nur Zitate anzeigen lässt. Der Nutzer kann sich die Nachrichten auch per RSS-Feed oder Mail abonnieren. In den USA wird bestimmt auch ein SMS-Benachrichtigung möglich werden. Voraussetzung ist zur Zeit wie bei fast allen Google-Produkten ein Google-Account, was natürlich den Mehrwert für Google bietet, um zum Beispiel noch spezieller Werbung zu schalten. Der Mehrwert für die Zeitungen könnte sein, dass sie einen Leser viel länger an die eigenen Inhalte fesseln kann, sich mit guten Journalismus von anderen abheben kann oder auch, dass mit einem guten Abonierungs-Modell auch die Zweitverwertung der Artikel in der Living Stories refinanzieren lässt. Dabei müsste man aber auch mit anderen Verlagen zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Finanzierungstopf bereitstellen. Living Stories zeigt nämlich auch, dass nur eine Zusammenarbeit de Verlage im Internet funktioniert und nicht, wie es Springer gerade versucht: ein einzelner Vorstoß.
Hier noch ein Video was ziemlich gut erklärt, wie Living Stories funktioniert:
Endlich habe ich Bilder aus Israel hochgeladen. Das Land war sehr beeindruckend, aber auch bedrückend. Deswegen sind die Bilder auch erstmal nur Aufnahmen von dem was ich gesehen habe und keine (Be-)Wertung der politischen Lage.
Besonders die Bilder aus Palästina und der Westbank sind erschreckend, wenn man in einem Haus steht, was von Apache-Hubschraubern beschossen wurde, aber man auch sieht, dass von dem Haus aus auf israelische Häuser geschossen werden konnte. Es ist alles sehr komplex und deswegen erstmal nur die Bilder.
Auf der anderen Seite ist Israel und die Palästinensischen Gebiete auch ein wunderschönes Land (wenn auch viel Wüste). Ich hoffe, dass man das auch auf den Bildern sieht.
Stell dir vor, es sind Proteste und keiner weiß davon. Neue Kommunikationswege sind für einige Protestorganisatoren wohl noch ein Fremdwort. So die Online-Beobachtung beim Bildungsstreik in Münster. Von Andi Weiland
Man kann nicht nicht kommunizieren – ein Axiom welches Paul Watzlawick in den Sechzigern Jahren aufgestellt hat. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ist diese Aussage zwar überholt bzw. erweitert worden, aber eine kleine Gruppe von Studenten beweist im Jahr 2009, dass man nicht kommunizieren kann. Jedenfalls nicht so, wie sich 2009 die Chancen bieten.
Screenshot vom Twitter-Account am 18. November 2009
Auf der Homepage vom Bildungsstreik Münster ist alles sehr schön aufgemacht: die Farben entsprechend den Corporate Design der bundesweiten Proteste und ein bisschen chaotisch sieht es auch aus. Damit man den Anschein wahrt, man sei auch nur Studenten und Schüler die keine Bildung bekommen. Im ersten Augenblick war ich überrascht, dass man sich die Icons von Facebook, Twitter, StudiVZ und Co geholt hat, wo der Bildungsstreik auch überall vertreten ist. StudiVZ machte dankenswerter Weise am 17. November auch auf der Startseite Werbung für den Bildungsstreik – selbstredend für ein Studenten-Community von . Der Twitter-Account offenbart dann aber leider das grausame Bild der Nichtkommunikation im Bildungsstreik. Vor der Erklärung noch kurz meine Devise: man entweder etwas ganz macht oder gar nicht – oder wie es ein Film mit Bruce Willis ausdrückt: „Keine halben Sachen“.
Der Twitter-Account sah am 17. November gefolgt aus, man verfolgt die Profile von zwei anderen Seiten und hat selber 100 Leute die dem Profil folgen. Warum sollte man auch einen Profil folgen, was keine aktuellen Informationen bringt? Denn der letzte Eintrag am 17. November 2009 ist vom 14. November. Auch am 18. November hat sich auf der Seite nichts getan. Kein Hinweis darauf, dass man im Fürstenberghaus einen Vorlesungssaal besetzt oder wenigsten der Verkehr eine halbe Stunde zum erliegen gebracht wurde. Auch nichts zum weiteren Vorgehen. Münster hat eine der größten Unis in ganz Deutschland und eine der besten Kommunikationswissenschaftlichen Abteilungen, trotzdem kommen zum Bildungsstreik nur rund 2000 Leute!? Woher sollen sie es denn auch wissen? Von ein paar Plakaten in der Stadt, bei denen man nicht weiß ob die noch vom Sommer da hängen oder von ein paar Flyer, die im Fahrradgepäckkorb zwischen Laub und Flyern der Semesterparty im Uferlos liegen?
Twitter und Facebook oder auch der Buschfunk sind Kanäle die eine Informationsüberflutung mit sich bringen können. Dafür muss man aber auch erstmal eine Information schaffen. Dank den neuen Vernetzungen von Twitter aus, braucht man nur einmal eine Nachricht schreiben, die auf allen anderen Plattformen veröffentlicht wird, aber dafür muss man sie erstmal schreiben. Aber nicht nur in Münster ist die Kommunikation über diverse Plattformen mangelhaft. Auch in Dresden wird besser auf einen schönen selbst gebastelten Sarg und Schminke gesetzt, als die Wiki-Seite ordentlich zu pflegen. Für einen Artikel am Wochenende sollte ein gutes Bild von dem besetzten Audimax her. Kurz vor Abgabe war der Weg zur Uni für ein Bild zu weit und die Hoffnung sollte zuletzte sterben, weil es doch bestimmt ein gutes Bilder der Besetzer im Wiki gab. Die Hoffnung starb aber: denn was sich auf der Seite bot, waren ein paar schlechte Handybilder in einer Auflösung von 640×480 Pixel und auch auf Anfrage kamen keine besseren Bilder. Der Artikel stand dann irgendwann, ohne Bild. Es bleibt fraglich, ob der sehr gute Artikel trotzdem gelesen wird, wenn ein Bild fehlt. Nachrichtenwert, ick hör dir trapsen.
Es können Hunderte von Transparenten hochgehalten werden, man kann ein bisschen grölend und pfeifend durch die Straßen ziehen, aber wenn man es nicht auch den Leuten mitteilt, die gerade in Unibibliotheken auf ihre Facebook-Seite schauen, dann ist die Aktion doch schnell verpufft. Natürlich, wäre es zu idealistisch zu glauben, dass Twitter das einzige Allheilmittel ist, um die Leute zu den Protesten zu holen oder Politiker einsehen, dass Studiengebühren doch nicht so gut sind, aber das tuen besetze Hörsäle auch nicht. Die Idee muss kommuniziert werden, doch gerade verhalten sich manche Protestler so, wie der berühmte Baum im Wald – wo man nicht weiß ob er umgefallen ist oder nicht, weil man es ja nicht gehört hat.
Mir gibt diese Nichtkommunikation aber auch Motivation für meine Diplomarbeit, denn auf der einen Seite erkenne ich nun doch einen Mehrwert in meiner Arbeit, weil die Idee von Kommunikation im Web2.0 doch noch nicht so gegenwärtig ist und auf der anderen Seite werde ich bei Twitter wenigsten nicht vom Bildungsstreik in Münster abgelenkt. Danke dafür.
Es geht gerade alles viel zu schnell. Ich komme mir so vor, als wäre ich gerade erst aus Island wieder in Berlin gelandet. Schon bin ich gerade in Isrrael. Nein, meine Lebensaufgabe ist es nicht geworden: Länder in ihrer alphabetischen Reihenfolge zu bereisen, sondern es war wohl eher Zufall, dass die beiden Ziele in unmittelbarer Buchstabennachbarschaft stehen. Zufall ist es wohl auch, dass man hier in Tel Aviv gerade den jährlichen Regen abbekommt. Das erinnert mich aber auch zufällig an eine meiner ersten bewussten musikalischen Erfahrungen mit Israel und zwar an eine Band namens Shy Nobleman, die ich dankenswerter Weise durch mum entertainment kennengelernt hatte. Und zu guter Letzt ist die Musik nicht nur toll, sondern ein Song gerade auch noch sehr passend: “Baby in the rain“.
Wenn ich wieder da bin, werde ich dann hoffentlich endlich mal die Zeit finden, hier meine Eindrücke wiederzugeben – nicht nur von Israel, sondern auch von Island (wo ja auch noch Gewinner ausstehen – I know). Jetzt aber erstmal viel Spaß mit einem fernen Sonntagssonggruß.
Vielen Dank für die vielen Kommentare. Mir macht das richtig Spaß und ich fühle mich ein bisschen wie Carmen Sandiego. Leider war aber immer noch keine richtige Antwort dabei. Deswegen hier der nächste bildliche Hinweis, der es eigentlich schon einfacher machen sollte. Weil es schon bekannt ist – Also wenn man da mal war.
Das erste Bild war wohl noch nicht so aussagekräftig. Deswegen kommt nun das Nächste. Dabei ist diesmal kein Filmwissen, sondern eher Wissen über das Land an sich und dem Mystischen vom Vorteil:
Obwohl der Song so gar nichts mit meiner aktuellen Position zu tun hat (also kein Tipp für das Rätsel), sitzt er fest in meinem Kopf. Das erste mal habe ich ihn allein von Tom Smith nur mit der Gitarre gehört und fand es interessant, wie dunkel es trotzdem alles geklungen hat. Noch mehr im Kontrast zu dem Text: “Darling, just don’t put down your guns yet / if there really was a God here / He’d have raised a hand by now” steht die Synthieversion der Single, die Depeche Mode nicht besser hinbekommen hätte. Aber das neue Editors -Album ist erschreckend anders, aber auch sehr gut, nur leider wieder ohne wirklich optimistische Momente und das ist toll, aber hat nichts mit meiner aktuellen Position zu tun.